Debatte über Atomkraft: Nur Erneuerbare sichern langfristig kostengünstige und unabhängige Energieversorgung

Der Ausschuss für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft des Sächsischen Landtags hat heute Sachverständige zu einer etwaigen Laufzeitverlängerung der deutschen Atomkraftwerke öffentlich angehört.

Dazu erklärt Dr. Daniel Gerber, energie- und klimapolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag:

„Die Scheindebatte über Atomkraft verdeckt die Sicht auf das eigentliche Problem: den Mangel an Erdgas. Atomkraft ist weder geeignet die Wärmeversorgung für Haushalte und Unternehmen sicherzustellen noch löst sie die Probleme der Industrie. Ich mache mir zum Beispiel große Sorgen um die sächsische Halbleiterindustrie, denn deren Reinräume benötigen Erdgas. Hier müssen kurzfristige Lösungen gefunden werden. Ein sparsamer und effizienter Umgang mit der vorhandenen Energie ist das Gebot der Stunde.“

Der von der BÜNDNISGRÜNEN-Fraktion als Sachverständiger geladene Prof. Dr. Pao-Yu Oei, Professor für Ökonomie der Transformation von Energiesystemen an der Europa-Universität Flensburg, ergänzt:

„Um die Folgen des Krieges abzufedern, müssen wir den Gasverbrauch der Industrie und von Privathaushalten durch angepasstes Verhalten reduzieren. Die Atomkraft leistet keinen Beitrag für den kritischen Wärmesektor und ist auch im Stromsektor weder günstig noch zuverlässig für die Energieversorgung. Der französische Atomkraftwerkspark ist bereits seit Monaten zu großen Teilen außer Betrieb – diese Situation ist unter anderem für die hohen Strompreise im europäischen Stromsystem verantwortlich. Daher ist es wichtig, erneuerbare Energien gemäß den Bundesvorgaben auszubauen, wodurch auch ein Kohleausstieg bis 2030 weiterhin möglich und sinnvoll ist.“

Dr. Daniel Gerber betont abschließend:

„Die heutige Debatte der AfD über Atomkraft diente einmal mehr ausschließlich dem Schüren von Ängsten und der Spaltung der Gesellschaft. Durch angeblich drohende Versorgungsengpässe soll die Energiewende insgesamt infrage gestellt werden. Doch das Gegenteil ist der Fall: Nur wenn wir einen Großteil unserer Energie künftig aus erneuerbaren Quellen decken, können wir langfristig eine nachhaltige, unabhängige, krisenfeste und kostengünstige Energieversorgung gewährleisten.“


Diese Pressemitteilung wurde zuerst auf gruene-fraktion-sachsen.de veröffentlicht.

Beitragsbild: Kilian Karger, Unsplash License, Unsplash

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